Google Offers vs. Groupon & Clones und was daraus folgt

Nachdem Google vor etwa einem Monat seinen Groupon Konkurrenten “Google Offers” in Portland, Oregon gelauncht hatte, folgen nun San Francisco und New York.
Doch wie stehen die Chancen für Googles neuen Versuch einen weiteren Absatzkanal (mit Erfolg) zu finden?

Groupon hat definitiv einen gewaltigen Vorsprung. PR-technisch aber auch bezüglich der Verbreitung.
Groupons Geschäftsmodell basiert auf viel Vertriebsarbeit. Märkte und Marken müssen angesprochen werden, Deals müssen verhandelt werden und das Ganze auch noch in so vielen Städten wie möglich.

Was müsste Google also tun um sich einen Vorteil zu verschaffen? Vorteile bieten!
Und das tun sie auch. Einige davon möchte ich jetzt erläutern und im Anschluss auf die Zukunftsmusik dieses Geschäftsmodells eingehen.

Auf der Seite der Märkte:

– Google hat bessere Auszahlungs-Bedingungen – sie zahlen wesentlich schneller aus als Groupon.

– Google zahlt ungelöste Gutscheine den Märkten zurück und nicht den Nutzern. Hier ist die Frage was denn wichtiger ist und was häufiger vorkommt. Wenn ein Nutzer vergisst, seinen bezahlten Gutschein einzulösen, dann ist das wohl seine Schuld. Märkte, welche laut der t3n eh keinen all zu großen Gewinn an Groupon, City Deals Idee machen, brauchen neue Anreize um sich dem Prinzip hinzugeben. Google sorgt dafür.

– Google hat wesentlich mehr als nur einen Newsletter mit Daily Deals. Google hat AdWords, AdSense, Gmail, Places, seine Android Plattform, Werbung in Suchmaschinenergebnissen, Google Wallet, Google Earth und vieles mehr. Die Reichweite ist somit exorbitant höher als von Groupon. Zu den Zahlen aber später mehr. Da Google natürlich an den Verkäufen von Deals sehr interessiert ist, werden gerade die Suchergebnisse stark von den Offers beeinflusst werden. Firmen die sonst Unmengen in Googles AdWords investieren würden, müssen sich nun nur noch auf Gutscheine einlassen.

Kommen wir zur Kundenseite, welche ich nun einfach mal vom Business Insider übersetzt übernehme:
1. 1+ Milliare einzigartige Nutzer weltweit
2. Zugang zu hunderten von Millionen weiteren einzigartigen Nutzern durch Drittanbieter-Webseiten
3. Gmail (Millionen von E-Mail-Accounts, welche geopraphisch zugeordnet werden können)
4. AdWords (Ein riesiges globales Keyword-Werbe-System)
5. AdSense (Ein riesiges globales Werbe-Anzeige Netzwerk)
6. Google “Places” (Lokale Firmenlisten, wie die gelben Seiten, a la Yelp)
7. Google Wallet (Der Schritt ins Mobile Payment, Deals, Belohnungs-System)

Aktuell nutzt Google wie seine Konkurrenz E-Mails. Mehr nicht. In Zukunft wird sich das ändern und spätestens mit der wachsenden Verbreitung von Android, der Erstellung einer Google Offers-App, steht mit Google Offers ein starker Konkurrent zu Groupon.

Kritisch zu betrachten wäre hier allerdings das Misstrauen der Allgemeinheit gegenüber Google. Google weiß nicht mehr nur nach welchen Produkten wir suchen, sondern auch was wir wirklich kaufen und kann somit auf lange Sicht, seine Anzeigen optimieren und wesentlich mehr Aussagen über uns treffen als vorher. So kann zuvor Gesuchtes mit meinen letzten Deals abgeglichen werden und somit wichtige Daten zur Marktforschung bieten, aufgrund wessen Webseiten ich meine Kaufentscheidung getroffen habe. E-Mails könnten durchsucht werden um zu schauen, ob ich die Entscheidung alleine getroffen habe und wir verraten, wie wichtig die Optik des Produktes war – je nach Suchintensivität bei Google Bilder.

Zukunftsmusik: Mit einer passenden App als Location Based Service (LBS), der Nutzung von Google Wallet bzw. dem Einsatz von Mobile Payment, Near Field Communication & Co., kann das Geschäftsmodell noch wesentlich weiter ausgebaut werden. Umsatzsteigerungen, mehr Viralität und größere Reichweite und vieles mehr wäre dadurch möglich.
Über LBS und NFC, möchte ich mich in den nächsten Tagen noch einmal genauer äußern.

Published by

Philipp Zentner

From Germany, Entrepreneur, Marketer

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